Junge mit Kamera

Medienkompetenz

Eine Welt ohne Smartphones und Internet ist nicht mehr vorstellbar, vor allem für die Generationen der „Digital Natives“. Doch Kinder, die im digitalen Zeitalter geboren wurden, verfügen dadurch nicht automatisch über digitale Kompetenzen. Die Fähigkeit, Medien den eigenen Bedürfnissen und Zwecken entsprechend zu nutzen und mit ihnen verantwortungsvoll und kritisch umzugehen, muss erst erlernt werden. Gleichzeitig steigt die Bedeutung digitaler Medien in der Lebensrealität von Kindern und Erwachsenen stetig: Digitale Medienkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts. Die Gestaltungsmöglichkeiten in der digitalisierten Welt sind eng damit verknüpft, wie erfolgreich junge Menschen in der Schule und den darauffolgenden Ausbildungswegen darauf vorbereitet werden. Umso wichtiger ist daher die Aufgabe der Schulen bzw. Lehrkräfte, ihre Schülerinnen und Schüler zu kompetenten und reflektierten Mediennutzerinnen und -nutzern auszubilden. In den Beiträgen auf dieser Themenseite berichten verschiedene Schulen von ihren Projekten und Praxiserfahrungen rund um das Thema Medienkompetenz und -bildung und zeigen so unterschiedliche Wege auf, wie dieses Thema vermittelt werden kann.
 

Mehr als Informatikunterricht

Durch Unterrichtsfächer wie „Computer- und Medien-Training“ oder „Informatik“ wird die Vermittlung digitaler Kompetenzen an vielen Schulen bereits aufgegriffen und umgesetzt. Schülerinnen und Schüler lernen vom E-Mail-Versand über den Umgang mit Office-Programmen bis hin zum Tonmittschnitt wichtige, berufsvorbereitende Fähigkeiten. PC-Führerscheine und Internet-Seepferdchen motivieren die Lernenden, Schritt für Schritt den Umgang mit dem PC und Internet zu erlernen. Auch der Einsatz digitaler Medien in anderen Unterrichtsfächern fördert die digitalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Denn jedes einzelne Unterrichtsfach ist dazu aufgefordert Anknüpfungspunkte zum Kompetenzrahmen „Bildung in der digitalen Welt“ der Kultusministerkonferenz zu finden. Hier können multifunktionelle Räume wie die „Digitale Werkstatt“ hilfreich sein, die eine anlass- und projektbezogene Mediennutzung ermöglichen.

Bei der Vermittlung von Medienkompetenz geht es jedoch nicht nur um technische Fertigkeiten. Vielmehr besteht die Aufgabe auch darin, sich neue Fähigkeiten und neues Wissen im Bereich Medien selbst zu erschließen und zur Erweiterung der eigenen Handlungsspielräume zu nutzen sowie die eigene Mediennutzung zu reflektieren und die Medienentwicklung insgesamt selbstbestimmt und kritisch zu hinterfragen. Erst dann kann von umfassender Medienkompetenz gesprochen werden.
 

Medienbildung als lebenslanger Prozess

Da sich vor allem die digitale Medienwelt rasend schnell und stetig wandelt, ist Medienbildung ein lebenslanger Prozess, der nicht erst in der Schule beginnt und auch nach der Schule nicht beendet ist. Schülerinnen und Schüler müssen auch lernen, mit dieser rasanten Entwicklung der digitalen Medien umzugehen und ihre Bedeutung für die eigene Person und die Gesellschaft zu reflektieren. Gleichzeitig bedeutet dies auch für Lernorte wie Kita und Schule, dass Lehr- und Bildungspläne kontinuierlich fortgeschrieben werden müssen und es immer wieder einer Überprüfung bedarf, welche Anforderungen oder zu vermittelnde Kompetenzen aktuell sind.

Auch das Erkennen von Gefahren ist Teil der zu erlernenden Medienkompetenz. Datensicherheit, Urheberschutz oder Cybermobbing sind bekannte Problemfelder. An vielen Schulen werden Schülerinnen und Schüler zu Medienscouts ausgebildet und dienen als Ansprechpartner und Berater für Mitschülerinnen und Mitschüler.