Abschluss der ersten Netzwerkphase

40 Ganztagsschulen setzten mit „bildung.digital“ seit 2017 verschiedenste Projektvorhaben um. Der feierliche Abschluss bot Raum für netzwerkübergreifenden Austausch und setzte den Startschuss, Vernetzung in den eigenen Bundesländern selbstbestimmt zu gestalten.

Am 17. und 18. September 2019 kamen die Projektteams der an „bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden“ teilnehmenden Netzwerkschulen ein letztes Mal zusammen. In den vergangenen zwei Schuljahren haben sie mit den zu Beginn formulierten Entwicklungsvorhaben an ihren Schulen viel erreicht: Ob mit der Einführung von Lernplattformen, der Entwicklung und Verankerung von Fortbildungs-Curricula für Lehrkräfte oder konkreten Medienkonzepten – die teilnehmenden Schulteams konnten für sich ausgestalten, wie digitalisiertes Lehren und Lernen vor Ort gelingen kann. In vier länderübergreifenden Netzwerken und auf sechs Netzwerktreffen erhielten die Schulteams Möglichkeiten für den fachlichen Austausch und die systematische Reflexion der eigenen Praxis sowohl im Schulteam als auch im Austausch mit anderen Schulen. Schulbesuche, Webinare, Vorträge und Maker Spaces gaben Fachimpulse und Know-how zu Methoden und Tools. In einem Open Space auf dem sechsten Netzwerktreffen traffen am 17. September nun ein weiteres Mal die Schulteams aus allen vier Netzwerken aufeinander, um netzwerkübergreifende Fragestellungen zu bearbeiten und Kontakte zu knüpfen. Die gemeinsame feierliche Abschlussveranstaltung der ARAG SE und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung am 18. September lieferte ein letztes Mal spannende thematische Impulse. „bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden“ wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt: 2020 werden neue Schulen die Möglichkeit erhalten, ihre Projekte zu digitaler Schulentwicklung in Netzwerken zu realisieren.

Netzwerkübergreifender Austausch im Open Space

Auf dem abschließenden sechsten Netzwerktreffen an Tag Eins stand der netzwerkübergreifende Austausch im Mittelpunkt. Dafür versammelten sich die Projektteams aller „bildung.digital“-Schulen zu einem Open Space. Alle Teilnehmenden konnten ein ihnen wichtiges Anliegen einbringen, das anschließend im Plenum diskutiert und zur Auswahl gestellt wurde. Unter anderem widmeten sich die Gruppen Themen wie der sinnvollen Nutzung von Apps im Unterricht, schulischer Netzwerkstruktur, digitaler Leistungsmessung oder dem Umgang mit Smartphones in der Schule. Die Schulteams bereiteten auf dem Netzwerktreffen ihre Entwicklungssvorhaben nochmals in kreativen Videos auf und präsentierten diese den anderen Schulen in ihren Netzwerken. Dort wurden die Entwicklungsschritte der Schulen mit allen Lessons, Widerständen und Erfolgen festgehalten. Hierbei setzten die Teilnehmenden vor allem auf die App Stop Motion Studio, mit deren Hilfe sie in kurzer Zeit eigene Stop-Motion-Videos erstellten.
 

Fachveranstaltung zum feierlichen Abschluss

Auch die feierliche Abschlussveranstaltung an Tag Zwei bot Platz für den netzwerkübergreifenden Austausch zwischen den Schulen. In einem Gallery Walk präsentierten die Netzwerkschulen ihre Entwicklungsvorhaben auf selbstgestalteten Postern. Die Projektteams konnten nun auch die Projekte der Schulen in den anderen Netzwerken detailliert kennenlernen. Auf der öffentlichen Veranstaltung hatten auch alle weiteren Gäste die Gelegenheit, mit den Schulteams ins Gespräch zu kommen. Fachliche Impulse aus Theorie und Praxis lieferten zwei Keynotes. Myrle Dziak-Mahler, Geschäftsführerin des Zentrums für LehrerInnenbildung der Universität zu Köln, plädierte in ihrem Vortrag für ein Neudenken von Schule und somit auch des Lehrberufs, um Schülerinnen und Schüler mit den in der Zukunft benötigten Kompetenzen auszustatten. Susanne Wagner, Schulleiterin der Netzwerkschule Rothestrasse in Hamburg, berichtete aus eigenen Erfahrungen an ihrer Grundschule zur Umsetzung von Schulentwicklungsprozessen. Spannende Aspekte und Aha-Momente in den beiden Keynotes als auch Fragen an die anschliessende Podiumsrunde konnten alle Anwesenden derweil über Mentimeter auf einer Projektion hinter der Bühne mit dem gesamten Publikum teilen – neben Fragen zur zukünftigen Schulentwicklung und des Transfer dieser Prozesse nach außen standen auch hier nötige Zukunftskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt. ARAG Holding SE-Vorstand Klaus Heiermann beschrieb, dass es in Bezug auf digitale Fähigkeiten von Auszubildenden der Zukunft, nicht nur um Technik, sondern vor allem um eine Organisationskultur gehe und alle Mitarbeitenden und Führungskräfte mitgenommen werden müssten. DKJS-Geschäftsführer Frank Hinte betonte, dass die Ergebnisse der durch „bildung.digital“ angestossenen Schulentwicklungsprozesse auch anderen Schulen Mut und Lust machen, die Möglichkeiten des digitalen Wandels beim Lehren und Lernen zu nutzen. Wie wichtig der bundesweite Austausch nicht nur für Lehrkräfte, sondern auch für die Unterstützungssysteme von Schulen sei, erläuterte Jens Krystek von der Serviceagentur „Ganztägig lernen" Schleswig-Holstein. Bei einem länderspezifischen Get-together mit den Länderteams der Serviceagenturen „Ganztägig lernen“ hatten die Teilnehmenden nochmals die Möglichkeit für Austausch, Vernetzung und konkrete Verabredungen auf Landesebene.
 

Impulse in den eigenen Bundesländern setzen

Das in zwei Schuljahren gesammelte Wissen und die Erfahrungen aus der Projekt- und Netzwerkarbeit im Rahmen von „bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden“ müssen nun durch die Schulen in ihre Bundesländer eingebracht werden. Die Rahmenbedingungen und bildungspolitischen Schwerpunktsetzungen sind bundesweit unterschiedlich. „bildung.digital“ schuf in den letzten zwei Jahren einen Rahmen mit fachlichen Anregungen durch den länderübergreifenden Austausch und bot die Möglichkeit, die eigenen Entwicklungsvorhaben systematisch zu reflektieren. Gemeinsam können die Schulteams der teilnehmenden Bundesländer nun zeitgemäße Konzepte für digitalisierte Bildung im Ganztag entwickeln und somit Impulse für alle Schulen in ihren Bundesländern setzen. Dabei werden sie durch die Serviceagenturen „Ganztägig lernen“ unterstützt.

 

Zur Übersichtsseite