Vom Computerraum zur Digitalen Werkstatt

Die Grundschule Rahewinkel hat den klassischen Computerraum neu gedacht: Ihre Digitale Werkstatt ist ein multifunktionaler Raum, der nicht nur verschiedene Nutzungsmöglichkeiten, sondern auch die körperliche Gesundheit der Schülerinnen und Schüler miteinbezieht.

Plan der Digitalen Werkstatt

Mit dem Umzug in ein neues Schulgebäude stellte sich für die Grundschule Rahewinkel aus Hamburg auch die Frage, ob der bisherige Computerraum so, wie er war, mitziehen soll. Schnell stand fest, dass der Raum in seiner bisherigen Nutzung weit hinter den Möglichkeiten zurückblieb. Gründe waren zum einen das instabile Internet des alten Gebäudes. Aber auch die klassische Einrichtung des alten Raumes war nicht optimal: frontal ausgerichtete Computer auf Tischen und je ein Sitzplatz vor jedem Rechner erzeugten eine sterile und wenig motivierende Atmosphäre. Der Umzug der Schule Anfang März 2018 bot daher die Gelegenheit für ein neues Raumkonzept, welches von der Lehrerin Stefanie Willi und ihren Kollegen Johannes Klein und Sebastian Schultheis erarbeitet wurde.

Wir wollten für den neuen Raum einfach mehr ­– ein Raumkonzept, in dem es nicht nur darum geht 16, 18 oder 20 Kinder vor einen Rechner zu setzen und in irgendeinem Programm arbeiten zu lassen, sondern, in dem es einen anderen Aufforderungscharakter gibt und darum geht, projektbezogen zu arbeiten.

Stefanie Willi, Lehrerin in der Vorschule

Sitzflächen, eine Fertigungsstraße und ein Kinobereich

Im Fokus des Raumkonzepts stand die Gestaltung der Digitalen Werkstatt zu einem multifunktionalen Raum, der den unterschiedlichsten Unterrichtsformaten in Vor- und Grundschule gerecht werden kann. Dabei soll jedem Schüler und jeder Schülerin der Zugang zu verschiedenen Gerätetypen, wie Nettops, Laptops oder Tablets, ermöglicht werden. Weg von der ausschließlich starren Tischnutzung wollte die Grundschule hin zu alternativen Sitzmöglichkeiten. Bei der Einrichtung planten die Lehrkräfte daher Bodenflächen und Steharbeitsbereiche mit ein. Durch die Nutzung von bereits vorhandenem Mobiliar und Technik, konnte die Schule die entstehenden Kosten möglichst geringhalten.

Wir betonieren die Kinder viel zu sehr an diese Tische und gewöhnen ihnen so das Sitzen am Boden regelrecht ab. Deshalb finde ich es besonders wichtig, dass wir gerade in einem Bereich, in dem es möglich ist, darauf achten, dass die Kinder eine Haltung einnehmen können, die ihrer Muskulatur und ihrem Skelettsystem förderlich ist.

Stefanie Willi, Lehrerin in der Vorschule

Um die Multifunktionalität der Digitalen Werkstatt zu gewährleisten, wird der Raum in verschiedene Bereiche unterteilt:

  • An multifunktionalen Arbeitsplätzen an flachen Tischen können die Kinder bequem auf Teppichflächen sitzen. Diese gewährleisten unkompliziertes Arbeiten mehrerer Kinder an einem Laptop oder Tablet und freie Beweglichkeit, was gleichzeitig auch gut für das Skelettsystem der Kinder ist. Neben diesen flachen Sitzbereichen gibt es von nun an auch Steharbeitsplätze und weiterhin einige Sitzarbeitstische mit fest installierten Nettops.

  • Ein „Kino- und Gruppenbereich“, der neben einer großen Teppichfläche und Bänken mit einem Smartboard oder einer Beamer-Leinwand ausgestattet ist, soll unter anderem für das Bilderbuchkino in den Vorschulklassen genutzt werden. Dieses Angebot der Hamburger Bücherhallen können die Lehrkräfte nun direkt in der schuleigenen Digitalen Werkstatt durchführen und gewährleisten somit eine feste Planung und größere Regelmäßigkeit.

  • An einer „Fertigungsstraße“ mit Drucker, Schneidewerkzeugen und Bastelmaterial können die Kinder Bastelprojekte aus dem Internet ausdrucken und weiterverarbeiten und somit lernen, dass der Computer auch für andere Dinge gut ist.

  • Außerdem gibt es im Raum nun einen „Forschungs- und Recherchebereich“ mit einer kleinen Fachbibliothek aus Nachschlagewerken und PC-Zeitschriften für Kinder aber auch Lehrkräfte, und einem gemütlichen Sitzbereich.
     

Testphase und Erstellung eines Nutzungskonzepts

Sobald der Umzug in das neue Schulgebäude nach den Osterferien vollständig vollzogen ist, nimmt die Grundschule die Digitale Werkstatt in einer Testphase in Betrieb. Dann wird geschaut, wie sie von den Kindern angenommen wird und wie weitere Kolleginnen und Kollegen mit ins Boot geholt werden können.

Ein detailliertes Nutzungskonzept für den Raum erstellen die Lehrkräfte derzeit noch. Dieses umfasst, wer den Raum wann nutzen darf, welche Absicherung es für freie Geräte wie Laptops und Tablets benötigt und ob und wie Lehrkräfte, Betreuungspersonen oder Schülerinnen und Schüler über Fortbildungen oder einen Computerkurs für die Raumnutzung geschult werden müssen.

Das Raumkonzept „Digitale Werkstatt" der Grundschule Rahewinkel

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