Schritt für Schritt zur Tablet-Klasse

Die Oberschule Clara Zetkin in Freiberg möchte ab dem kommenden Schuljahr eine Tablet-Klasse einführen. Im Zuge der Planungen wurden das Kollegium, die Schulverwaltung und weitere Partner Schritt für Schritt mit an Bord geholt.

Digitales Lernen in der Tablet-Klasse

Die Oberschule Clara Zetkin in Freiberg ist im Bereich der digitalen Bildung schon auf einem guten Weg. An der Schule werden dem Kollegium fortlaufend Weiterbildungen zu digitalen Themen angeboten, es gibt einen Informatikunterricht für Schülerinnen und Schüler sowie Laptop-Wagen, die für den Unterricht von vielen Lehrkräften bereits rege genutzt werden. 

Auf dem ersten Netzwerktreffen von „bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden“ im September 2017 entschied sich die Oberschule nun, im Rahmen Ihres Projektvorhabens eine Tablet-Klasse einzurichten. Der Klassenleiter David Kirsch, Lehrer für Geschichte, Geografie und Sport, wird das Projekt ab dem kommenden Schuljahr in seiner Klasse umsetzen. Die Klasse wird ab August 2018 mit Eintritt in die 8. Jahrgangsstufe als Tablet-Klasse unterrichtet. Die Tablets sollen von den 25 Jugendlichen in der Schule aber auch zuhause umfassend genutzt werden. In einer Einführungswoche in der ersten Schulwoche werden die Schülerinnen und Schülern in die Nutzung der Tablets eingeführt, erhalten Schulungen und verständigen sich über die Verhaltens- und Nutzungsregeln.  
 

Die Kollegen an Bord holen

Um das geplante Projektvorhaben umzusetzen, hat die Oberschule nach der Erstellung eines Zeitplans und einer Projektumfeldanalyse zuallererst die Lehrerschaft mit an Bord geholt, der Beschluss der Schulkonferenz segnete das Projektvorhaben ab.  Nach der Vorstellung des Projekts im Kollegium fanden sich genug interessierte Kolleginnen und Kollegen, welche sich am Projekt beteiligen wollen. Die Lehrerinnen und Lehrer, welche die Tablet-Klasse nun ab dem kommenden Schuljahr unterrichten, werden den Unterricht allesamt mit dem Tablet gestalten. Die Schülerinnen und Schüler benutzen zwar weiterhin ihre Hefter und teilweise auch noch Lehrbücher, manche Lehrerinnen und Lehrer werden im Rahmen ihres Unterrichts jedoch ganz auf die Bücher verzichten. Wichtig ist der Schule, dass alle Lehrerinnen und Lehrer möglichst genug Freiräume haben, um das Vorhaben bedacht anzugehen und durchzuführen. Sie sollen genügend Zeit bekommen, passende Konzepte für ihren Unterricht in der Tablet-Klasse zu erstellen oder passende Apps herauszusuchen und fortlaufend in Fachkonferenzen mit den Kolleginnen und Kollegen gemeinsam zu evaluieren, was gut oder weniger gut läuft. In der kommenden Zeit bereiten sich die Lehrerinnen und Lehrer deshalb mit entsprechenden Fortbildungen auf das Projekt vor.  

Auch die jährlich an der Schule stattfindende Lehrer-Eltern-Schüler-Konferenz im Juni 2018 hat sich dieses Jahr die Tablet-Klasse zum Hauptthema gesetzt: in Arbeitsgruppen werden die Lehrerschaft, Eltern und Schülerinnen und Schüler sich gemeinsam Gedanken darüber machen, wie die Tablet-Klasse konzipiert und gut umgesetzt werden kann. Beantwortet werden soll dabei unter anderem, wie die Einführungswoche ablaufen soll, wie die Eltern informiert werden und wie interne Absprachen (z. B. zu Verantwortlichkeiten für die Tablets) getroffen werden. 
 

Unterstützung durch die Stadtverwaltung  

Ebenso wichtig für die Einführung der Tablet-Klasse an der Oberschule Clara Zetkin war es jedoch, im Vornherein alle wichtigen Partner miteinzubinden. So ist die Schule gleich zu Beginn mit ihrem Träger, der Stadt Freiberg in Kontakt getreten, um das Projekt vorzustellen. Die Stadtverwaltung reagierte positiv und wird die Oberschule, welche als erste in Freiberg ein Projekt mit einer Tablet-Klasse umsetzt, mit dem Kauf der Tablets unterstützen. Die Oberschule Clara Zetkin wiederum wird das gesamt Projekt evaluieren und ihre Erfahrungen somit auch anderen Schulen in Freiberg zur Verfügung stellen. Dafür werden Fragebögen an Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Schülerinnen und Schüler ausgegeben, in denen die Lernprozesse, differenzierte Lernformen und die Leistungsbewertung im Fokus stehen. Um entsprechende Fortbildungen für ihre Lehrerinnen und Lehrer zu finden und zu organisieren nahm die Oberschule den Kontakt zum Landesamt für Schule und Bildung in Chemnitz auf. 
 

Austausch und Input in schulischen Netzwerken

Schulleiterin Anne-Kathrin Kreis besuchte in diesem Jahr zudem die Bildungsmesse didacta in Hannover, um sich einen Überblick über neue Entwicklungen und Technik auf dem Bildungsmarkt zu verschaffen. Als besonders wertvoll für die Umsetzung Ihres Projektvorhabens betrachtet die Oberschule insbesondere ihre Teilnahme an Netzwerken oder Arbeitskreisen wie „bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden“ und „Ideen für mehr! Ganztägig lernen.“ Anne-Katrin Kreis empfiehlt die Teilnahme anderen Schulen unter anderem deswegen, weil sie andere Möglichkeiten bietet, an eigenen Projektvorhaben zu arbeiten und neue Sichtweisen eröffnet. So könne man mit seinen Kolleginnen und Kollegen in einem anderen Umfeld auch mal außerhalb der Schule Projekte planen. Schulbesuche böten Einblicke in andere Umsetzungsmöglichkeiten und auch die Option eine Partnerschule zu haben, biete die Möglichkeit mal über den Tellerrand zu schauen und den Austausch mit anderen Schulen zu suchen. Auch die Idee für ihre Tablet-Klasse entwickelte die Oberschule erst nach dem ersten Netzwerktreffen von „bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden “. Die Schule hat ein spannendes Vorhaben vor sich und wir werden zu einem späteren Zeitpunkt berichten, wie sich die Tablet-Klasse entwickelt.

Schritte zur Umsetzung einer Tablet-Klasse
 

1.    Einholung von Informationen, Erstellung eines Konzepts

        Ämter und Verwaltung, Lehrerfortbildungen, Literatur, Erfahrungen anderer Schulen

2.    Information und Abstimmung mit Schulträger, Schulkonferenz und Gesamtlehrerkonferenz

        Finanzierung, Einrichten von Arbeitsgruppen zur Aufteilung der Aufgabengebiete

3.    Prüfung/Bereitstellung der technischen Voraussetzungen

        Infrastruktur, breitbandige Internetanbindung, Rahmenbedingungen für WLAN, Finanzierung der Tablets, Auswahl 

        der Tablets/Betriebssystem

4.    Fortbildung der Lehrkräfte und wenn möglich individuelle Erprobung

        Einsatz von Tablets im Unterricht/Nutzung von Standard Apps, Datenschutz/Urheberrecht,  

5.    Weitere Abstimmungen mit Schulträger, Gesamtlehrerkonferenz, Schulkonferenz und Eltern

6.    Beschaffung der Geräte sowie notwendiger Zusatzausstattung

7.    Festlegung der Rahmenbedingungen, Nutzungsvereinbarung, Regelwerk  

8.    Inbetriebnahme der Tablets durch die Schülerinnen und Schüler

9.    Erprobungsphase

        Gezielte Erprobung im Unterricht durch Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte, Dokumentation der Erfahrungen

10. fortlaufende Evaluation und Weiterentwicklung

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