Lehrkräfte beim Austausch

Schulgemeinschaft

Die Digitalisierung des Schulalltags eröffnet neue Kommunikationswege und ermöglicht so ein partizipativeres Miteinander an der Schule. Die Nutzung eines Lernmanagementsystems mit seinen verschiedenen Lern-, Kommunikations- und Arbeitsfunktionen vereinfacht den Informationsfluss innerhalb der gesamten Schulgemeinschaft: zwischen Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern, den Eltern und der Schule, den Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften untereinander und in der Zusammenarbeit der Schule mit außerschulischen Partnern.

„Insgesamt betrachtet ermöglicht die Digitalisierung neue Organisations- und Kommunikationskulturen auf allen Ebenen innerhalb der Schulgemeinschaft. Netzwerkstrukturen, die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Schulträger und Schulaufsicht umfassen, beschleunigen den Informationsfluss und können auch zu einer umfassenderen Mitbestimmung und Teilhabe am schulischen Leben und an Schulentwicklungsprozessen beitragen.“ (KMK-Strategie 2017, S. 9)
 

Eltern als Schlüsselfiguren

Auch sind die Digitalisierung des Schullalltags, die Entwicklung eines Medienkonzepts sowie die Medienbildung an der Schule keine Aufgaben, die allein in den Händen der Schulleitung und einiger Fachlehrkräfte liegen. Sie müssen von der gesamten Schulgemeinschaft mitgetragen und unterstützt werden. So sind Lehrkräfte aller Schulfächer dazu aufgefordert, Medienbildung als Querschnittsthema in ihren Unterricht einzubinden. Der verantwortungsvolle Umgang der Schülerinnen und Schüler mit digitalen Medien ist gleichermaßen nicht ohne die enge Zusammenarbeit mit den Eltern denkbar.

Sie einzubinden ist eine Voraussetzung für die gelingende digitale Bildung von Kindern und Jugendlichen. Die Eltern sind Vorbilder für Mediennutzung, sie statten ihre Kinder mit entsprechenden Geräten aus und behalten in der Freizeit die verantwortungsvolle Nutzung ihrer Kinder im Auge. Elternschulungen zu den Themen Digitale Medien oder Social Media bieten Eltern ein Unterstützungsangebot, damit sie die Medienbildung ihrer Kinder außerhalb der Schule kompetent begleiten können. An einigen Schulen nehmen Eltern sogar eine aktive Rolle ein und leiten zum Beispiel AGs zu digitalen Themen. Für die Kommunikation und Partizipation bieten digitale Tools zahlreiche Vorteile gegenüber dem klassischen Elternbrief oder einem Gespräch zwischen Tür und Angel. Bei partizipativ gestalteten Elternabenden können Eltern beispielsweise mithilfe von Anwendungen wie „Padlet“ in die Vor- und Nachbereitung der Abende eingebunden werden. Mithilfe des Online-Tools kann zum Beispiel im Vorfeld eine Themensammlung erstellt oder anschließend Feedback abgefragt werden.
 

Neue Rollenverteilung

Eine gestärkte Rolle erhalten auch die Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Digitalisierung von Schulen. Hervorzuheben sind hier insbesondere die an vielen Schulen durchgeführten „Medienscouts-Projekte“. Dabei werden Schülerinnen und Schüler zu Experten für digitale Themen ausgebildet. Nach der Qualifizierung zu Medienscouts durch Lehrkräfte, Medienpädagogen oder auch peer-to-peer (durch ältere Medienscouts) fungieren sie als Ansprechpartner für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler, aber auch für die Lehrkräfte.

Nicht zuletzt verändert sich durch den digitalen Wandel an Schulen die Rolle der Lehrkräfte und damit einhergehend die professionellen Anforderungen fachlicher sowie pädagogischer Art. Um digitalisiertes Lernen umzusetzen, benötigen Lehrkräfte Kenntnisse und Erfahrungen zu zeitgemäßen pädagogischen Konzepten und entwickeln ihre Rolle noch stärker weg vom Wissensvermittler hin zum Lernbegleiter. Zudem sind Lehrkräfte aller Schulfächer dazu aufgefordert, sich über die Fachkenntnisse ihrer Fächer hinaus auch fachliche Kenntnisse der Medienbildung anzueignen. Die Stärkung der Schulgemeinschaft im Sinne einer zunehmenden Vernetzung und kollaborativen Zusammenarbeit im gesamten Kollegium ist dafür erforderlich. Gute Praxis zeigt sich hier zum Beispiel in internen Fortbildungen, im Austausch von Unterrichtsmaterialien über Online-Plattformen oder in der Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern.

Auf dieser Themenseite werden Konzepte und Good-Practice-Beispiele von Schulen vorgestellt, denen es durch digitale Umgebungen und Werkzeuge gelingt, neue Wege der Zusammenarbeit aller Akteure der Schulgemeinschaft zu gehen und ihre Schülerinnen und Schüler innovativ und partizipativ einzubinden. Die Beispiele zeigen, wie sich die verbesserte Zusammenarbeit und der erleichterte Austausch innerhalb der gesamten Schulgemeinschaft positiv auf das gesamte Schulklima auswirken.