Schüler am PC

Digitales Lernen

Ob Fremdsprachen lernen mit einer Comic-App oder die Klausurvorbereitung als Quizrunde: Der Einsatz digitaler Medien an Schulen bietet Lehrinnen und Lehrern zahlreiche Möglichkeiten, um ihren Unterricht interaktiver und kreativer zu gestalten. Auch das individuelle Lerntempo und die Lerninhalte können mit digitalen Lernmethoden besser an die persönlichen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst werden. Digitales Lernen kann sich so positiv auf die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler auswirken.

Diese Themenseite zeigt anhand von Praxisbeispielen und Erfahrungsberichten aus Schulen, wie digitales Lernen möglich ist – und was beachtet werden sollte. Welche digitalen Lernmethoden, Werkzeuge und Tools gibt es für Schulen? Was ist technisch möglich, aber auch pädagogisch sinnvoll? Welche Chancen und Risiken ergeben sich?

Studien wie die ICILS-Studie 2013 zeigen , dass etablierte Medien wie Wikis, Textverarbeitungsprogramme oder Präsentationssoftware häufiger in den Unterricht eingebunden werden, um Unterrichtsinhalte zu visualisieren. Seltener finden multimediale Anwendungen wie Lern-Apps, browserbasierte Lernspiele oder soziale Medien den Weg in den Unterricht: Im Durchschnitt nutzt nur jede zehnte Lehrkraft diese Möglichkeiten digitalen Lernens. Dabei beobachten die meisten Lehrerinnen und Lehrer, dass Aufmerksamkeit und Lernbereitschaft bei den Lernenden steigen, wenn digitale Medien im Unterricht zum Einsatz kommen . (Befragung von 505 Lehrkräften auf der LEARNTEC-Messe 2016)
 

Digitale Vielfalt

Die Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der Schule sind vielfältig und zahlreich. Das Üben und Trainieren von Unterrichtsstoff oder Vokabeln kann zum Beispiel durch digitale Lernprogramme, Lern-Apps oder -Spiele begleitet werden. Das bringt Freude ins Klassenzimmer und funktioniert über Tablets oder Smartphones auch mobil und unabhängig von stationären PC-Räumen.

Außerdem trägt digitalisiertes Lernen dazu bei, den Unterricht anschaulicher und realitätsnah zu gestalten. Vor allem bei abstrakten Inhalten können Simulations- und 3D-Programme unterstützend wirken. Für den Fremdsprachenunterricht kann auf Videokonferenzsysteme zurückgegriffen werden, um mit der Klasse einer ausländischen Partnerschule in Kontakt zu treten. Das Lernkonzept „Twistory“ etwa nutzt den sozialen Mediendienst Twitter, um im Geschichtsunterricht ein besseres Verständnis für historische und soziale Gegebenheiten zu schaffen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Konzept der Chat-Geschichten. Durch simulierte Chat-Gespräche, z.B. mit der App „Chatstory“, lassen sich Geschichten erzählen, bekannte Texte dialogisch inszenieren oder Frage-Antwort-Chats zur Wissensvermittlung erstellen. Auch digitale Tools wie Kahoot! oder Quizlet machen Wissensabfragen ohne große Vorbereitung spielerisch möglich.

Die Unterrichtsmethode „Flipped classroom“ nutzt digitale Medien wie Lernvideos dazu, um den Schülerinnen und Schülern Wissen (bspw. Satz des Pythagoras) in kurzen Videos zu vermitteln. Die Lehrkraft ist dann dafür da, individuelle Hilfestellung beim Einüben zu bieten und das digital vermittelte Wissen zu vertiefen und anwendbar zu machen. Aber auch die Zusammenarbeit der Lernenden wird durch digitales Lernen gefördert. Kollaboratives Arbeiten oder der Austausch von Arbeitsergebnissen wird durch digitale Anwendungen wie „Etherpad“ oder „padlet“ vereinfacht.

Digitales Lernen ermöglicht zudem immer auch die Vermittlung wichtiger Kompetenzen, die für das Leben in einer digitalisierten Welt und für die Vorbereitung auf eine ebenso digitalisierte Berufswelt unerlässlich sind. Auch der kritische Umgang mit Medien kann im Zusammenhang mit digitalen Lernmethoden kontextgebunden an den Schulen vermittelt werden.