Quentin Gärtner sprach sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit KI aus, kritisierte aber die fehlende Umsetzung bei Schulentwicklung: „Schulen sind Zeitkapseln – ich will Schule als einen Ort erleben, wo ich vorankomme im Leben.“ Er betonte, dass das Bildungssystem weg von einer „Angsthasenkultur“ hin zu einer Ermöglichungskultur kommen müsse, die Schüler:innen beim Umgang mit Technologien wie KI unterstützt. Bei disruptiven Entwicklungen brauche es seiner Ansicht nach sofort eine Taskforce, die binnen kürzester Zeit konkrete Handlungsstrategien vorlegt.
Anne Rolvering knüpfte an das Thema KI und Sprache an: „Es ist ein erschreckendes Faktum, dass jedes fünfte Kind nicht richtig lesen, schreiben und rechnen kann. KI wird uns hier nicht die Lösung präsentieren, aber sie kann unterstützen.“ Sie sprach sich für engmaschige Begleitung, individualisierte Lernformen, zeitgemäße Lernsettings und ein abgestimmtes Zusammenwirken verschiedener Akteure aus. Gute Bildung dürfe nicht von einzelnen KI-Held:innen abhängen. Stattdessen müsse in Ausstattung und Qualifizierung von Lehrkräften investiert werden.
„Wenn die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ganz anders aussieht als der Schulalltag, machen wir es falsch. Mein Anspruch wäre ein schulisches Konzept von Schulleitung bis Unterricht zum Umgang mit KI."
Dr. Renko Dirksen verdeutlichte, wie Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt bei der ARAG verändert, welche Fähigkeiten junge Menschen künftig benötigen – und warum digitale Bildung zugleich Demokratiebildung ist: KI wird hohe Ansprüche an unsere Beurteilungsfähigkeit stellen. Diese wiederum beruht auf einer fundierten Bildung.
Dr. Torsten Kühne beschrieb KI als wichtiges Werkzeug mit Chancen und Risiken. Besonders in der Schulverwaltung könne sie Routineaufgaben übernehmen und Lehrkräfte entlasten – etwa bei komplexen Verfahren wie der Schulplatzvergabe für den Übergang in die 7. Klasse. Im Unterricht hingegen seien Schulen nach Kühnes Einschätzung oft schneller handlungsfähig, wenn sie zunächst individuell reagieren, bevor flächendeckende Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Aya Jaff brachte eine gesellschaftliche Perspektive ein. Sie machte deutlich, dass KI nur begrenzt verständlich ist: „Selbst OpenAI bezeichnet KI als Blackbox – wir können nicht alles vollständig nachvollziehen.“ Sie warnte vor unkritischer Übernahme von Begriffen und Methoden aus dem Silicon Valley, sieht aber zugleich Chancen für europäische KI-Startups, die verantwortungsvoll arbeiten und neue Impulse setzen. Entscheidend sei aus ihrer Sicht, genau zu prüfen, welche Daten genutzt werden und unter welchen rechtlichen wie gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – um Risiken möglichst zu minimieren. Zudem setzt sie sich für den Einsatz offener Lizenzen und freier Bildungsmaterialien (OER) ein, um Transparenz und Teilhabe zu stärken.
„Digitale Bildung ist nicht nur eine Frage der Technologie, sondern auch eine Frage der Community. Am Ende des Tages wollen wir mit digitaler Bildung auch die Demokratie stärken."