Wie kann es gelingen, Zukunftskompetenzen und den reflektierten Umgang mit Künstlicher Intelligenz in Schule und Hochschule zu verankern? Das Programmmodul zukunft.digital adressiert diese Frage, indem pro Schulhalbjahr zehn Hamburger Schulen mit jeweils zwei Studierenden bei der Umsetzung eines individuellen KI-Projekts befähigt und unterstützt werden. Die ersten beiden Durchgänge wurden durch das learninglab intensiv begleitet. Die daraus gewonnenen Evaluationsergebnisse liefern wertvolle Einblicke, die zur Weiterentwicklung von zukunft.digital genutzt werden.
Methodik und Evaluation
Die Untersuchung setzte auf eine breite methodische Basis: Online-Befragungen zu Beginn und am Ende der Projektphasen, Fokusgruppen mit Lehrkräften, Interviews mit Studierenden, Bildungsadministration, Hochschulakteuren, dem Programmteam und den Projektteams sowie teilnehmende Beobachtungen. So entstand ein vielschichtiges Bild, das die Perspektiven aller Beteiligten einbezieht.
Die Ergebnisse: Zufriedenheit und Kompetenzzuwachs
Die Teilnehmenden zeigten sich sehr zufrieden mit den Auftakt-, Matching- und Abschlussworkshops sowie der Koordination und Begleitung durch das Programmteam. Diese Maßnahmen bilden den Rahmen für die Umsetzung der Projektideen und werden durch das Programmteam koordiniert. Besonders wertvoll war für viele die Möglichkeit, digitale Tools praktisch auszuprobieren, Qualifizierungsangebote wahrzunehmen und Einblicke in den realen Schulalltag zu gewinnen. Gleichzeitig wurde ein deutlicher Kompetenzzuwachs festgestellt: Sowohl im Wissen über Künstliche Intelligenz als auch bei übergreifenden Zukunftskompetenzen und in der persönlichen Entwicklung.
In den Stimmen der Teilnehmenden wird dieser Gewinn greifbar. Eine Wirtschaftsinformatik-Studierende beschrieb das Programm als eine der lehrreichsten Erfahrungen ihres Studiums und hob hervor, wie sehr Bildung Menschen prägt und gesellschaftliche Verantwortung damit verbunden ist. Eine Lehrkraft betonte, dass Mut nötig sei, KI im Unterricht einzusetzen, und lobte das Programm, weil es „den Stein ins Rollen“ bringe. Und eine Lehramtsstudierende hob hervor, wie wertvoll die Arbeit mit einer echten Klasse gewesen sei und erklärte, dass ihr erst dadurch bewusst geworden sei, wie entscheidend eine akzeptanzfördernde Einführung neuer Technologien in Schulen ist.
Trotz vieler positiver Effekte traten auch Herausforderungen auf: Der vergleichsweise kurze Projektzeitraum erschwerte nachhaltige Wirkung. Hier kollidieren die unterschiedlichen Taktungen von Semester und Schulhalbjahr, die den Nettoprojektzeitraum begrenzen. Zudem wurden unterschiedliche Erwartungshaltungen sowie Widerstände im Kollegium als Stolpersteine beschrieben, während begrenzte zeitliche Ressourcen im Schulalltag die Umsetzung erschwerten.