Sprachförderung als gemeinsame Aufgabe
Sprachförderung ist an der Peter-Lunding-Schule fest im Alltag verankert. Sie wird nicht als Zusatzaufgabe verstanden, sondern als gemeinsame Verantwortung aller. Ob im Unterricht, in Pausen oder in Ganztagangeboten: Sprache spielt überall eine zentrale Rolle. Besonders deutlich wird dies in der Zusammenarbeit der Schulteams: Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeitende und die Schulsozialarbeit stimmen sich eng ab, um die Kinder individuell zu unterstützen.
Die Lehrkräfte beobachten Veränderungen im Sprachverständnis der Kinder. Immer mehr wachsen mehrsprachig auf oder beginnen die Schule mit geringen Deutschkenntnissen. Fähigkeiten, die früher häufig schon aus der Kita mitgebracht wurden, müssen nun stärker in der Schule aufgebaut werden, erläutert Anneke Kriebel. Außerdem lesen die Kinder heute weniger – und erleben dadurch weniger sprachliche Vorbilder. Das Kollegium begegnet dem mit durchgängiger Sprachbildung: Morgenkreise, Erzählrunden und regelmäßiges Vorlesen sind feste Bestandteile des Schulalltags.
„Viele Kinder sprechen grammatikalisch falsch, weil sie zu Hause fehlerhafte Strukturen hören“, erklärt Anneke Kriebel. „Wir achten deshalb sehr bewusst darauf, Sprache richtig vorzuleben.“ Mehrsprachigkeit wird nicht als Hürde, sondern als Potenzial gesehen: „Wenn Kinder in einer Sprache sicher sind, lernen sie die nächste leichter“, betont Kriebel. Kollegin Inga Meyer ergänzt: „Im letzten Durchgang haben die Kinder Referate in ihrer Muttersprache gehalten – das war toll für die ganze Klasse.“
Mit digitalen Tools Sprache erleben
Digitale Medien spielen an der Ganztagsschule eine wachsende Rolle, insbesondere zur Unterstützung der Sprachförderung. Sie eröffnen neue Zugänge und Möglichkeiten, etwa beim Übersetzen, beim Mitlesen an der digitalen Tafel oder für individuelle Übungen. „Das Mitlesen an der großen Tafel motiviert die Kinder. Sie sehen die Bilder, hören die Texte und können direkt mitverfolgen – das wäre mit einem kleinen Buch so nicht möglich“, erklärt Julia Fietz.
Auch Tablets werden gezielt eingesetzt. Anneke Kriebel berichtet: „Ein Kind konnte noch keine Sätze schreiben, aber sich gut ausdrücken. Es durfte seine Antworten auf dem Tablet aufnehmen – so konnte es trotzdem aktiv mitarbeiten.“ Besonders beliebt sind auch die sogenannten digitalen Hörstifte, wie BOOKii oder Tellimero. „Sie sind eine große Hilfe für Kinder, die gerade erst Deutsch lernen. Die Kinder hören die Wörter, bevor sie sie selbst sprechen – das ist ein echter Vorteil.“
Leseförderung im Fokus
Ein zentrales Element der Sprachbildung ist das tägliche Leseband: 20 Minuten konzentriertes Lesen in allen Klassen. „Wir machen das vier Tage die Woche nach der großen Pause, alle Lehrkräfte beteiligen sich“, erklärt Julia Fietz. Die Methode ist gut etabliert, muss aber kontinuierlich weiterentwickelt werden. „Leseförderung braucht Kontinuität. Wir möchten, dass Kinder Freude am Lesen entwickeln.“ Die Ergebnisse bestätigen den Kurs: In Vergleichsarbeiten liegen die Leistungen auf einem guten Niveau. „Das zeigt uns, dass wir trotz der Heterogenität sprachlich auf dem richtigen Weg sind“, so Fietz.