Ideen teilen und Wirkung entfalten: Das war das zukunft.digital Transfercamp 2026
120 Teilnehmende, zehn Praxis-Sessions und zahlreiche Gespräche über KI, OER und Schulentwicklung: Beim Transfercamp 2026 wurden Projektergebnisse aus zukunft.digital geteilt, diskutiert und für die Weiterentwicklung geöffnet.
Wie gelingt es, gute Ideen aus einzelnen Projekten in die Breite zu tragen? Mit dieser Frage kamen am 17. Juni 2026 rund 120 Lehrkräfte, Lehramtsstudierende, Hochschulangehörige und Bildungsakteur:innen zum Transfercamp von zukunft.digital im betahaus am Gänsemarkt zusammen. Im Mittelpunkt stand dabei der gemeinsame Austausch über Erfahrungen, Herausforderungen und Erkenntnisse aus der Arbeit mit Künstlicher Intelligenz in Schule und Lehrkräftebildung.
Zum Auftakt begrüßten die Förderpartner:innen die Teilnehmenden: Maren Riepe von der NORDMETALL-Stiftung betonte dankbar das große Engagement der Beteiligten und die Bedeutung von Kooperationen zwischen Schule, Hochschule und weiteren Bildungsakteuren.
Anschließend begrüßte Frank Scherler von der Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung (BSFB) die Teilnehmenden. Aus seiner besonderen Perspektive als ehemaliger Schulleiter einer zukunft.digital-Alumnischule betonte er den Mehrwert des Programms und verkündete, dass das Projekt seiner ehemaligen Schule aktuell weiter umgesetzt wird. Er gab den Teilnehmenden den Impuls mit, auch Fragen von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), u.a. den Ressourceneinsatz bei KI-Nutzung, in den Schulen zu behandeln und in die Auseinandersetzung mit Digitalisierungsthemen wie KI einzubeziehen.
"Ich finde es hervorragend, den Begriff der Kohärenz zu beleben. Hier erleben wir ein Zusammenkommen zu einem wichtigen Thema mit Wirkungsorientierung"
Frank Scherler (Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung)
KI unterstützt Individualisierung – und was ist mit den Verbindungen?
Den fachlichen Auftakt gestaltete Diplom-Pädagoge Jöran Muuß-Merholz mit seinem Impuls „KI unterstützt Individualisierung. Und was ist mit den Verbindungen?“. Im Zentrum stand die Frage, wie Bildung im KI-Zeitalter gestaltet werden kann, ohne gemeinsames Lernen, Austausch und soziale Beziehungen aus dem Blick zu verlieren.
Deutlich wurde: Während KI zunehmend individuelle Unterstützung ermöglicht, gewinnen Kooperation, Vernetzung und gemeinsames Lernen gleichzeitig an Bedeutung. Gerade in einer Zeit, in der Informationen jederzeit verfügbar sind, werden Orientierung, Reflexion und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit zu zentralen Zukunftskompetenzen.
"Wie gestalten wir in der Schule die Verbindung aus individuellem und gemeinsamen Lernen, zwischen Individualität und Gemeinschaft?"
Jöran Muuß-Merholz
Von Chatbots bis Projektwochen: Praxiswissen teilen und transferieren
Anschließend öffnete das Transfercamp den Raum für die Erfahrungen der Teilnehmenden. In zwei aufeinanderfolgenden Workshopphasen stellten Lehrkräfte und Studierende Projekte vor, die im Rahmen von zukunft.digital entstanden sind. Die Bandbreite reichte von schuleigenen Chatbots über KI-gestützte Schreibförderung und Lernbüros bis hin zu Projektwochen, Elternkommunikation, analogen KI-Spielen und Fragen der Leistungsbewertung im KI-Zeitalter.
Besonders wertvoll war dabei der offene Charakter des Formats: Die Teilnehmenden präsentierten nicht nur Ergebnisse, sondern luden andere aktiv dazu ein, ihre Konzepte auszuprobieren, weiterzudenken und kritisch zu diskutieren. Ergänzt wurden die Sessions durch die Open Corner, in der spontane Impulse, Fragen und Vernetzungsmöglichkeiten ihren Platz fanden.
OER als Prozess statt Produkt
Ein zentrales Motiv vieler Gespräche war die Frage, wie Wissen geteilt und für andere nutzbar gemacht werden kann. Dabei wurde deutlich, dass Open Educational Resources (OER) weit mehr sind als frei verfügbare Materialien. Die vorgestellten Projekte zeigten, dass insbesondere die Entwicklungsprozesse, die Reflexionen und die Zusammenarbeit hinter den Materialien wertvolle Lerngelegenheiten schaffen.
Transfer wurde damit nicht als Weitergabe fertiger Produkte verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess des Weiterentwickelns, Anpassens und erneuten Teilens. Die entstandenen Unterrichtskonzepte, Handreichungen, Chatbots und Projektideen bilden hierfür eine wichtige Grundlage.
Zum Abschluss stellte Regina Schulz in ihrem Vortrag die Frage „Zusammenarbeit gelungen; Wirkung offen?“ Dabei wurde deutlich, dass die eigentliche Wirkung von Projekten wie zukunft.digital häufig erst nach ihrer Umsetzung sichtbar wird, und zwar wenn Ideen aufgegriffen, angepasst und in neuen Kontexten weitergeführt werden. Anhand des Hamburger ÖPNV-Netzplans verdeutlichte Regina Schulz, dass Wissen an verschiedenen Standorten vorhanden ist, aber nur als Netz gut fungiert.
Das Transfercamp zeigte eindrucksvoll, wie Kooperation zwischen Schule, Hochschule, Bildungsadministration und Zivilgesellschaft gelingen kann. Die zahlreichen Gespräche, neuen Kontakte und geteilten Erfahrungen machten deutlich: Die Zukunft von KI in Bildung entsteht nicht durch einzelne Projekte allein, sondern durch Menschen, die ihr Wissen teilen, voneinander lernen und gemeinsam neue Wege erproben.
Mit vielen neuen Impulsen, konkreten Ideen und gestärkten Netzwerken endete das Transfercamp 2026 und setzte damit zugleich den Ausgangspunkt für die nächsten gemeinsamen Entwicklungen im Netzwerk von zukunft.digital. Wir danken allen Beteiligten für ihre Ideen, ihr Engagement und den produktiven Austausch.