2. Analoge und digitale Resonanzräume schaffen
Sprachförderung braucht Orte, an denen Kinder ihre Sprachleistungen zeigen und Rückmeldungen erhalten können. Neben klassischen analogen Formaten wie dem Vorlesen oder Präsentieren im Klassenkreis gewinnen digitale Resonanzräume zunehmend an Bedeutung.
Kinder können beispielsweise mit kindgerechten Plattformen wie Scratch eigene Geschichten programmieren, Figuren sprechen lassen oder kleine Dialoge gestalten. Das macht Sprache erlebbar und lebendig. Die Kinder erhalten im geschützten digitalen Raum direktes Feedback von Mitschüler:innen und Lehrkräften.
Auch einfachere digitale Angebote wie gemeinsame Schreib- oder Zeichen-Apps oder digitale Pinnwände eignen sich gut, um Sprachprodukte sichtbar zu machen und den Austausch zu fördern. Entscheidend ist, dass die Kinder merken: Was ich sage, schreibe oder gestalte, wird gehört und wertgeschätzt.
3. Multimediale Zugänge schaffen
Visuelle Materialien helfen, Verständnishürden abzubauen und bieten einen einfachen Einstieg in neue Themen. Memes, Comics, kurze Videos oder Storycards sind gut geeignet, um Textverständnis zu erleichtern und können direkt mit eigenen kreativen Aufgaben verknüpft werden. Schüler:innen erstellen dann beispielsweise digitale oder analoge Comics, betiteln Bilder, schreiben kurze Beiträge oder nehmen Hörbeiträge auf. Durch den stärkeren Lebensweltbezug steigt die Motivation der Schüler:innen, während sich gleichzeitig Wortschatz und Ausdrucksfähigkeit weiterentwickeln.
4. Kontinuierliche digitale und analoge Lesezeiten etablieren
Regelmäßige feste Zeitfenster zum Lesen und Schreiben – analog oder digital unterstützt – sind wichtig. Das kann beispielsweise im Rahmen eines Lesebands geschehen. Digitale Leselisten und Leseportfolios helfen dabei, Fortschritte zu dokumentieren und sichtbar zu machen. Wichtig ist, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Kinder keine Angst vor Fehlern haben und auch dann mutig lesen oder schreiben, wenn es noch nicht perfekt gelingt.
5. Sprachvielfalt sichtbar machen
Mehrsprachigkeit ist eine wertvolle Ressource und identitätsstiftend. Eine offene, fehlerfreundliche Lernkultur und die sichtbare Präsenz unterschiedlicher Sprachen – etwa durch mehrsprachige Bücher, Begrüßungen oder kleine Vorträge in Familiensprachen – stärken das Selbstwertgefühl der Kinder und fördern die Sprachkompetenz. Insbesondere mehrsprachige digitale Leseangebote, wie AMIRA können Kinder zum Lesen animieren.
6. Zusammenarbeit stärken und Wissen teilen
Damit erfolgreiche Angebote zur Sprachförderung nachhaltig etabliert werden können, braucht es regelmäßigen Austausch im Kollegium. Etablieren Sie niedrigschwellige Formate des schulischen Wissenstransfers und sammeln Sie gute Praxisbeispiele oder bewährte Tools analog oder direkt auf einer digitalen Plattform wie TaskCards. Das erleichtert die Zusammenarbeit im Kollegium und hilft, Impulse weiterzugeben.