Mit gutem Beispiel voran
Die Havel-Grundschule versteht Sprache als verbindendes Element. Die Schüler:innenschaft ist sehr heterogen. Manche Kinder verfügen über eine hohe Sprachkompetenz, andere zeigen einen großen Förderbedarf oder besitzen einen mehrsprachigen Hintergrund. „Wir wollen alle Kinder aktivieren und mit gutem Beispiel vorangehen“, erklärt Melanie Förster. „Wertschätzende Kommunikation ist für uns zentral – wir nutzen viele Symbole, Bilder und klare Sprache, um jedes Kind da abzuholen, wo es steht.“
Neben der Sprachförderung im Unterricht spielt auch die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten eine zentrale Rolle. Sie sind wichtige Sprachvorbilder und prägen maßgeblich die sprachliche Entwicklung ihrer Kinder. Die Havel-Grundschule setzt daher nicht nur auf den digitalen Austausch über die Schulcloud, sondern vor allem auf persönliche Gespräche – etwa in den festen halbjährlichen Lernentwicklungsgesprächen. Dabei wird jedes Kind individuell und ganzheitlich betrachtet, um seine Entwicklung bestmöglich zu begleiten.
Digitale Medien als Lernbegleiter
Digitale Medien sind an der Havel-Grundschule fester Bestandteil des Unterrichts – nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung und Verstärkung. Die Lehrkräfte nutzen unter anderem Lernvideos, digitale Tafeln und interaktive Tools wie Kahoot, um Sprache erlebbar zu machen und Lernprozesse gezielt zu unterstützen. Gerade ergänzende Lernvideos verbinden dabei mehrere Sinne – Kinder sehen, hören und können Inhalte aktiv mitverfolgen. „Das bringt Energie in den Klassenraum und sorgt für echte Erfolgserlebnisse“, betont Constanze Rosengart. Aber auch die spielerische Wissensvermittlung anhand animierter Geschichten mit Onilo gibt den Kindern die Möglichkeit, Wörter mit vertrauten Handlungen in Einklang zu bringen. Die Kombination aus visuellen, auditiven und praktischen Elementen hilft den Schülerinnen und Schülern, neue Wörter zu verstehen und Verbindungen herzustellen. So werde Sprachlernen zu etwas, das Freude macht – und nicht zur Hürde.
Mit Humor lernen: Memes als Sprachimpuls
Im Rahmen des Netzwerks sprachwelten.digital hat die Havel-Grundschule begonnen, mit Memes zu arbeiten. Ziel ist es, Sprache, Humor und visuelle Gestaltung zu verbinden und so neue Wege in der Sprachförderung zu erproben. Das erste Ergebnis – ein „Schöne-Ferien“-Meme – sorgte bei Kindern und Kollegium für viele Schmunzler und machte deutlich, wie viel Potenzial in dieser modernen Ausdrucksform steckt. „Memes sind ein toller Anlass, um miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagt Andrea Bär. Künftig möchte das Team die Arbeit mit Memes weiterführen und stärker in den Unterricht einbinden.
Für die Schüler:innen sind die Memes dabei weit mehr als witzige Bilder. Sie regen Gespräche an, fördern Sprachgefühl und motivieren dazu, selbst kreativ zu werden. Ganz nebenbei lernen die Kinder, bewusst mit Sprache, Bildern und digitalen Werkzeugen umzugehen – vom Text bis zur Bildbearbeitung. „Unser Anspruch ist es, die Kinder in ihrer Lebenswelt zu erwischen”, sagt Constanze Rosengart.
Raum für Austausch
Das Erfolgsrezept der Havel-Grundschule liegt nicht nur in den Konzepten, sondern im Team. Das multiprofessionelle Kollegium arbeitet eng zusammen, tauscht sich regelmäßig aus und nutzt die unterschiedlichen Perspektiven als Stärke.
„Wir reflektieren gemeinsam, was jedes Kind braucht und entwickeln daraus konkrete Ansätze für den Unterricht“, so Constanze Rosengart.
Wöchentliche Teamzeiten, pädagogische Nachmittage, Fachkonferenzen und offene Formate schaffen Raum für Austausch. Auch viele Studierende, die an der Schule tätig sind, bringen neue Impulse in den Schulalltag: „Wir haben ganz viel Innovation, weil wir so viele Studierende an der Schule haben – das ist für uns ein Segen“, betont Andrea Bär.