Individuelle Förderung ermöglichen

Das Anton-Bruckner-Gymnasium in Straubing setzt auf digitales Arbeitsmaterial, um Schülerinnen und Schüler im Ganztag individuell zu fördern. Digitale Übungsmaterialien und Erklärvideos sollen so schulische Leistungen verbessern.

Kinder

Um seine Schülerinnen und Schüler im gebundenen Ganztag individuell zu fördern und somit auch die schulische Leistung zu verbessern, setzt das Anton-Bruckner-Gymnasium in Straubing auf die Unterstützung durch digitale Medien. In den zwei Ganztagsklassen des 5-zügigen Gymnasiums werden von Klassenstufe 5 bis 8 seit dem letzten Schuljahr digitale Arbeitsmaterialien gezielt in den Unterricht der Modul- und Lernbürostunden integriert. Schwerpunkt der individuellen Förderung liegt auf den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch. Die Fächer sind in der 5. und 6. Klasse Kernfächer, sodass es besonders wichtig ist, das darin erlangte Basiswissen bei allen Schülerinnen und Schülern zu festigen, um später in der Mittelstufe erfolgreich zu sein.
 

Rückmeldungen zum Leistungsstand durch digitales Übungsmaterial

An dem Gymnasium werden insbesondere die Modul- und Lernbürostunden für das eigenverantwortliche und selbst gesteuerte Lernen verwendet, um den einzelnen Schüler in den einzelnen Fächern individuell zu fördern. Diese Stunden ermöglichen ein systematisches und selbsttätiges Arbeiten in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, begleitet durch eine Fachlehrkraft. Bereits im letzten Schuljahr wurden insbesondere für das Fach Englisch verschiedene Apps und Onlineangebote von den Lehrkräften zusammengetragen und gesichtet. Ziel ist es, einen Pool an digitalem Übungsmaterial zusammenzustellen, welches interaktiv ist und den Schülerinnen und Schülern über digitale Selbsttest so eine schnelle Rückmeldung zu ihrem individuellen Leistungsstand geben kann.

Der Wissensstand, den die Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule mitbringen, ist sehr unterschiedlich. Mittels digitaler Medien möchten wir sie daher individuell fördern. Im Unterricht machen alle zusammen das Gleiche, im Digitalen können die Schülerinnen und Schüler jedoch selbst auswählen, was für sie gerade wichtig ist und zu ihrem Lernniveau passt und erhalten direkt eine individuelle Rückmeldung auf ihre Leistung.

Claudia Hierl, Koordinatorin für den gebundenen Ganztag und Englisch-Lehrerin

Ganztagskoordinatorin und Englisch-Lehrerin Claudia Hierl holt sich für die Übungen die Tablet-Koffer in die Klasse, nutzt digitale Medien aber auch im Regelunterricht. Den Schülerinnen und Schülern wird im Unterricht genau vorgegeben, welche Übungen sie nutzen können. So ist zum Beispiel auf allen Tablets die Vokabel-App Quizlet installiert. Der darin enthaltene Wettbewerbscharakter erhöht die Motivation der Schülerinnen und Schülern umso mehr, die Vokabeln gut zu lernen, um ein Quiz zu gewinnen.

Im Mathematik-Unterricht von Sebastian Schnurrenberger wird überwiegend auf digitales Übungsmaterial der mebis-Lernplattform zurückgegriffen. Seit 2014 steht das Angebot des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus allen bayerischen Schulen zur Gestaltung von digital gestütztem Unterricht und zur Organisation von Lernvorgängen zur Verfügung. Auch Sebastian Schnurrenberger nutzt die Plattform nicht nur im reinen Unterricht, sondern insbesondere für die Übungsphasen in den Modul- und Lernbürostunden oder auch als zusätzliches Übungsmaterial, dass die Schülerinnen und Schüler als Hausaufgaben zuhause machen können. Da auf der Plattform bereits gutes, von anderen Lehrkräften erstelltes Material vorhanden ist, kann er auf diese Arbeitsmaterialien zurückgreifen. Vorab wurden an der Schule bereits mebis-Raume für den Mathematik- und auch Deutsch-Unterricht eingerichtet, welche er für die Schülerinnen und Schüler blockweise freischalten kann. Da diese die Übungen von selbst durchlaufen, kann jeder von ihnen im eigenen Tempo vorgehen und gleichzeitig den individuellen Leistungsstand einsehen. Auf Schülerinnen und Schüler, die während der Bearbeitung doch einmal Unterstützung benötigen, kann der Lehrer individuell eingehen. Zuletzt wurde so  zum Beispiel das Thema Flächenberechnung erarbeitet. Anmelden können sich die Schüler neben den Tablets auch mit ihren eigenen Geräten über die Moodle-App.
 

Schülerinnen und Schüler als Produzenten individueller Lernhilfen

Im Deutsch-Unterricht von Lehrer Maximilian Scholz erstellten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 5e im letzten Schuljahr mehrere Erklärvideos. Thematisch befassten sich diese mit der Schule, ihrer Entstehung und Namensgeschichte. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiteten die Videos in Kleingruppen, in welcher jedem von ihnen eine Rolle zugeteilt wurde. So befassten sie sich inhaltlich mit dem Projekt und setzten dieses dann in einem zweiten Schritt technisch um. Damit Schülerinnen und Schüler sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzen und abwechslungsreiche Videos entstehen, überlässt man ihnen am besten selbst, wie sie die Inhalte aufbereiten wollen. So entstehen nicht nur individuelle digitale Arbeitsmaterialien für die Mitschülerinnen und -schüler sondern werden auch die Fähigkeiten jedes Einzelnen gewinnbringend in das Projekt eingebracht und das selbstverantwortliche Lernen gefördert.
Die Schule möchte daher auch in Zukunft weitere Videos erstellen, die sich u. a. mit wiederkehrenden Problemen im Deutsch-Unterricht befassen und über mebis zur Verfügung gestellt werden.
 

Vom Tablet-Koffer hin zu digital gestütztem Unterricht

Für die Übungszwecke innerhalb der Modul- und Lernbüro-Stunden werden insbesondere die neuen Tablet-Koffer der Schule eingesetzt, von denen einer am Nachmittag nur für die Ganztagsklassen reserviert ist. In jeder Klasse gibt es zwei Schülerinnen und Schüler, die als Medienexperten fungieren und sich neben den Tablets auch um Beamer und Dokumentenkamera kümmern. Seit dem letzten Schuljahr helfen diese Schülerinnen und Schüler nun bei der Wartung der Technik und bauen diese auch auf und ab – und entlasten nebenbei die Lehrkraft.

In der Entwicklung hin zu einem digital gestützten Unterricht an der Schule, waren die Tablet-Koffer auch der erste Schritt auf diesem Weg. Nach der Anschaffung konnte das Kollegium schnell für die Nutzung gewonnen werden.

Nachdem der erste Tablet-Koffer angeschafft war, wurde er schnell von den Kolleginnen und Kollegen genutzt. Wir haben ein sehr junges Kollegium, in dem es viel Austausch gibt und viele den neuen Weg gehen und die Vorteile nutzen wollen. Natürlich muss man nicht alles auf digitale Medien ummünzen, aber da wo es Sinn macht, wo es Bereicherung ist, da wollen wir alle vorhandenen Vorteile digitaler Medien ausnutzen.

Sebastian Schnurrenberger, Lehrer für Mathematik

Für die Teilnahme an bildung.digital konkretisierte die Schule ihr Projektvorhaben und nutzte die Inspiration durch andere Netzwerkschulen aus dem Netzwerk „bildung.digital – Netzwerk ganztägig bilden“. Um das Projekt erfolgreich umzusetzen und den Kreis der beteiligten Lehrkräfte zu erweitern, erhalten alle Lehrerinnen und Lehrer schulinterne Lehrerfortbildungen (SCHILF) wie Einweisungen in die Tablet-Koffer und die Nutzung von mebis. Auch bisherige Unterrichtserfahrungen sollen so von erfahrenen Lehrkräften an die Kolleginnen und Kollegen weitergegeben werden. Auch über den Projektzeitraum von zwei Jahren hinaus, soll der Aufgaben- und Videopool an digitalen Unterrichtsmaterialien so ausgebaut werden.
Um die Schülerinnen und Schüler bei diesem Prozess mitzunehmen, evaluiert die Schule das Projekt mit der App FeedbackSchule.

Projektplanung des Anton-Bruckner-Gymnasium Straubing herunterladen:

Die PDF finden Sie hier.

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