Digitale Medien richtig nutzen

Welche digitalen Medien eignen sich für meinen Unterricht? Was finden meine Schülerinnen und Schüler am besten? Ein Analyseblatt für digitale Tools und Produkte bietet Lehrerinnen und Lehrern Unterstützung bei der systematischen Bewertung digitaler Anwendungen für den Unterricht.  

Schüler lernen mit Laptop und Schulbüchern

Die meisten Lehramtsstudierenden können ihr Studium erfolgreich abschließen, ohne sich mit digitalen Medien oder ihrem sinnvollen Einsatz als Unterrichtswerkzeug beschäftigt zu haben. Dies zeigt eine Veröffentlichung des „Monitor Lehrerbildung“. Um dem entgegenzuwirken und digitalen Medien bereits in der Lehrerinnenbildung Aufmerksamkeit zu schenken und diese praktisch erproben zu können, bietet das Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) an der Universität Köln die Möglichkeit der Theorie-Praxis-Verzahnung unter anderem im Berufsfeldpraktikum (BFP) sowie in Begleitseminaren im Lehrbereich Digitale Lehre.

 

Henning Host, Mitarbeiter in der AG Digitale Lehre im ZfL, hat das Analyseblatt im Rahmen seiner Arbeit mit Lehramtsstudierenden entwickelt. Das Berufsfeldpraktikum bildet die zweite Praxisphase des Lehramtsstudiums und ermöglicht angehenden Lehrkräften Praxiserfahrungen in einem zum Lehramtsberuf angrenzenden Berufsfeld zu sammeln oder alternative Berufswege kennenzulernen. Begleitend zum Praktikum besuchen die Studierenden unter anderem das BFP-Begleitseminar Mobile Learning. Hier planen sie, basierend auf curricularen Vorgaben, eine digital unterstützte Unterrichtsreihe.

Das Analyseblatt befähigt hierbei die Studierenden, analytisch und systematisch digitale Tools und Produkte auf ihren pädagogisch zielgerichteten Einsatz im Unterricht zu prüfen. Entscheidungen für oder gegen ein digitales Tool oder Produkt basieren dadurch auf einer fundierten, kriteriengeleiteten Analyse. Darüber hinaus haben auch ausgebildete Lehrkräfte die Möglichkeit den Einsatz digitaler Tools und Produkte im Unterricht zu evaluieren und planen.

Mein Wunsch ist es, wenn die Studierenden später an den Schulen ihren eigenen Unterricht gestalten, dass sie auf das Analyseblatt zurückgreifen und anhand der Kriterien entscheiden, ob der Einsatz eines Tools oder die Wahl eines digitalen Produktes sinnvoll ist oder nicht.

Henning Host, Zentrum für LehrerInnenbildung

System ohne Mehraufwand

Neben allgemeinen Details wie Name, technische Voraussetzungen und Kosten werden der „User Benefit“ (also: welches Problem von Anwenderinnen und Anwendern löst das Tool) und anschließend der Einsatz in Schule und Unterricht anhand von vier Kriterien (allgemein, inhaltlich, didaktisch-methodisch und infrastrukturell) erfasst. Ein Raster zur Perspektivübernahme hilft dabei, das Tool nicht nur aus Sicht der Lehrenden zu betrachten, sondern bezieht auch die Perspektive der Lernenden sowie deren Eltern mit ein. Alle Sichtweisen sollten nach Möglichkeit in die abschließende Entscheidung für oder gegen eine Anwendung Berücksichtigung finden.

Einen Mehraufwand stellt das Ausfüllen des Analyseblattes dabei kaum dar. Bevor neue digitale Anwendungen im Unterricht zum Einsatz kommen, werden sie durch die Lehrkraft meist ohnehin ausreichend getestet und geprüft. Mithilfe des Analyseblattes kann diese Testphase systematischer erfolgen. 

Das Analyseblatt ist ein Vorschlag die Auswahl digitaler Anwendungen analytischer zu gestalten. Und das Schöne an offenen Lizenzen ist ja, dass Inhalte an individuelle Anforderungen angepasst werden können. Eine Weiterentwicklung des Analyseblattes ist daher ganz in unserem Sinne.

Henning Host, Zentrum für LehrerInnenbildung

Alle geprüften Tools lassen sich mittels der Analyseblätter beispielsweise über das Schul-Wiki oder die Schulplattform schnell und einfach dem gesamten Kollegium zugänglich machen. Auf diese Weise entsteht eine digitale Datenbank der verwendeten digitalen Tools und Produkte. Lehrerinnen und Lehrern können sich so auf einfachem Weg umfassend über Produktdetails wie Kosten oder Installationsanforderungen, Einsatzmöglichkeiten potenzieller digitaler Anwendungen informieren und schnell das passende Tool finden.

Zudem können so weitere Lehrkräfte zum Einsatz digitaler Tools angeregt und der Erfahrungsaustausch zwischen den Lehrkräften gefördert werden. Wenn die Analyseblätter in bearbeitbarer Form geteilt werden, können sie kontinuierlich vom Lehrerkollegium aktuell gehalten werden. Gleichzeitig schafft es Gelegenheit, die unterschiedlichen Perspektiven und Einschätzungen der Lehrerinnen und Lehrer für jedes Tool und Produkt abzubilden. Auch der Austausch zu digitalen Tools über die eigene Schule hinaus mittels Lehrkräfte- oder Schulnetzwerken im Internet ist, basierend auf dem Analyseblatt, selbstverständlich möglich.

Download

Das Analyseblatt für digitale Tools und Produkte stellt ein Angebot an alle Lehrerinnen und Lehrer dar, die Nutzung digitaler Anwendungen mithilfe einer systematischen Vorgehensweise auch an ihrer Schule voranzubringen. Sie finden es hier zum Download:

Download Analyseblatt für digitale Tools und Produkte

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