Projektideen aus dem 2. Durchgang im Überblick:
Was Schulen mit KI bewegen
Die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Schulen ist entscheidend, um Schüler:innen, Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern und die Bildungsinstitution insgesamt auf die Anforderungen einer zunehmend digitalen Gesellschaft vorzubereiten. KI kann nicht nur Lernprozesse individuell unterstützen und den Unterricht bereichern, sondern auch Lehrkräfte in ihrer Arbeit entlasten und schulische Abläufe effizienter gestalten.
Genau hier setzt zukunft.digital an: Im 2. Durchgang gingen neun weitere Schulen gemeinsam mit Lehramtsstudierenden der Technischen Universität Hamburg (TUHH) von April bis Juli 2025 in die Umsetzung eigener Ideen zur Integration von KI in der Schule. Diese Projekte stärken die digitalen und Zukunftskompetenzen aller Beteiligten und schaffen nachhaltige Strukturen für einen reflektierten und souveränen Umgang mit KI in der Schule. Damit liefern sie Impulse für Bildungseinrichtungen in Hamburg und darüber hinaus.
Im Folgenden stellen wir die teilnehmenden Schulen und ihre individuellen Projektideen vor:

#1 I Gyula Trebitsch Schule: KI & Texten – KIT Team
Ein fächerübergreifender „KI-Führerschein“ ab Jahrgang 7 wird entwickelt, um die Textkompetenz systematisch zu fördern. In zwei Unterrichtseinheiten reflektieren Schüler:innen ihren KI-Einsatz, verbessern Texte mithilfe von KI und erhalten ein Zertifikat. Das Ziel: KI-gestütztes Schreiben selbstwirksam und verantwortungsbewusst gestalten.
#2 I Alexander-von-Humboldt-Gymnasium: Kompetent mit und ohne KI
Die Schule entwickelt und erprobt neue Aufgabenformate, die entweder KI integrieren oder so gestaltet sind, dass sie nicht von KI lösbar sind. Am Beispiel einer mündlichen Deutschprüfung in Jahrgang 10 reflektieren Schüler:innen den Einsatz von KI und dokumentieren diesen. Das Ziel: eine neue Aufgabenkultur schaffen, die akademische Integrität stärkt und eine reflektierte KI-Nutzung selbstverständlich macht.
#3 I Gymnasium Allee: ALLE & INNOVATION AI²
Hier entsteht ein begleitendes Tool zur AI Literacy, das Schüler:innen hilft, KI als lernförderliches Werkzeug zu nutzen. Eine 9. Klasse testet das Tool in Workshops mit Reflexion, Quiz und Edkimo-Umfragen. Ziel: KI als Werkzeug verstehen und sinnvoll einsetzen, nicht als Ersatz.
#4 I Gymnasium Ohmoor: KI als Lernpartner
Die Schule entwickelt Methoden, um Lernschritte beim Arbeiten mit KI sichtbar und messbar zu machen. In modularen Materialien und einer Handreichung lernen Schüler:innen, ihre Lernprozesse mit KI zu steuern, zu reflektieren und kritisch zu hinterfragen, um so KI als didaktisches Werkzeug produktiv zu nutzen.
#5 I Max-Schmeling-Stadtteilschule: Berufsbuddy – Berufsberatung mit KI
Hier wird der Chatbot „Berufsbuddy“ entwickelt, der Schüler:innen in der Berufsorientierung unterstützt: von der Praktikumssuche bis zur Bewerbung. Eine Schüler:innenbefragung steuert die Weiterentwicklung. Ziel: niedrigschwellige, individuelle Unterstützung, um den Berufseinstieg selbstbestimmt vorzubereiten.
#6 I Stadtteilschule Flottbek: KIPräsiCheckliste
Eine Checkliste für die verantwortungsvolle Nutzung von KI bei Präsentationen wird gemeinsam mit Schüler:innen erarbeitet und getestet. Ziel ist es, insbesondere sozial benachteiligte Schüler:innen bei der digitalen Teilhabe zu stärken und souveränen Umgang mit digitalen Tools im Unterricht zu fördern.
#7 I Stadtteilschule Öjendorf: (K)ARMA – KI, Atilla, Rozerin, Marousa und Alex
Durch Fortbildungen und Pilotstunden werden schrittweise Leitfäden zur KI-Nutzung im Unterricht entwickelt, die auf andere Fächer übertragbar sind. Ziel ist es, Lehrkräfte zu entlasten, differenziertes Lernen zu ermöglichen und Schüler:innen in selbstgesteuertem Lernen mit KI zu befähigen.
#8 Stadtteilschule Richard-Linde-Weg: KIRA – Klausur-Innovation
Die Schule erarbeitet neue Aufgabenformate und Bewertungsraster, die KI-Nutzung bei Klassenarbeiten fair, transparent und lernwirksam abbilden. Lehrkräfte und Schüler:innen sollen Sicherheit und Klarheit im Umgang mit KI gewinnen, während die Bewertungspraxis an eine zunehmend digitale Welt angepasst wird.
#9 Walddörfer Gymnasium: Prompten wie ein Profi
Im Rahmen einer vierwöchigen Pilotphase in den Lernbüros wird der reflektierte KI-Einsatz in personalisierten Lernzeiten erprobt. Mit einer „KI-Bar“, Workshops und einem KI-Führerschein für Schüler:innen wird eine neue Haltung im Kollegium gefördert, die akademische Integrität und eigenständiges Lernen mit KI unterstützt.
Warum diese Projekte wichtig sind
Diese neun Projekte zeigen, wie Hamburger Schulen KI verantwortungsbewusst, kreativ und nachhaltig nutzen, um Schüler:innen und Lehrkräfte auf die Anforderungen einer digitalen Gesellschaft vorzubereiten. Sie schaffen Lernräume, in denen KI Werkzeug, Lernpartner und Reflexionsanlass ist und das nicht Ersatz für Lernen, sondern dessen kluge Erweiterung.
Alle entwickelten Materialien werden als offene Bildungsressourcen (open Educational Resources – OER) kostenfrei zur Verfügung gestellt, sodass die Konzepte für deutschsprachige Bildungsinstitutionen und –akteur:innen nachnutzbar gemacht werden. Das ist Teil der Leitidee des Programmmoduls zukunft.digital, das pro Semester- bzw. Schulhalbjahr umgesetzt wird. So entsteht eine Schulkultur, die Zukunftskompetenzen stärkt und digitale Teilhabe ermöglicht.