Von der KI-Bar bis zum Berufsbuddy – der zweite Durchgang von zukunft.digital
Seit April 2025 arbeiteten neun Hamburger Schulen gemeinsam mit je zwei Lehramtsstudierenden der Technischen Universität Hamburg als Projektteam im Programmmodul zukunft.digital an konkreten Ideen für Unterricht und Schulorganisation mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz (KI). Begleitet von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Partnern entwickelten die Teams Materialien, Fortbildungsformate und Bewertungsraster und erprobten sie im Schulalltag. Der Abschlussworkshop am 15. Juli im betahaus Schanze bündelte diese Erfahrungen: Rückblick, Präsentation der Ergebnisse mit KI-Unterstützung und die Planung konkreter Schritte für den Transfer in die Kollegien.
Nach Begrüßung und Warm-up startete der Vormittag mit einer gemeinsamen Reflexion: Auf einer selbst erstellten Hamburger Karte der Befindlichkeiten markierten die Teilnehmenden Stimmungslagen und Lernerfahrungen. So konnten fachliche, methodische und persönliche Entwicklungen gemeinsam reflektiert werden.
Hamburger Karte der Befindlichkeiten 2025 by Deutsche Kinder- und Jugendstiftung is licensed under CC BY-NC-SA 4.0
Im Anschluss bündelten die Teams ihre Erkenntnisse und präsentierten sie in einem Gallery Walk. So konnten die Lehrkräfte und Studierenden die andren Gruppen zu ihren Learnings und Wegpunkten befragen. Der Austausch zeigte deutlich, dass die Projektideen teilweise ähnliche Ziele hatten, sich während der Projektphase jedoch unterschiedliche und individuelle Herausforderungen ergeben haben.
Danach sollten die Projekte kreativ vorgestellt werden: In drei Schritten, Brainstorming, Prompting und Revision, wählten die Projektteams ihre bevorzugte lyrische Form und ein Sprachmodell, um ihre Projektphase als Haiku, Rap oder Elfchen vorzutragen. KI wurde damit selbst zum Reflexionsmedium und machte sichtbar, wie sicher die Beteiligten inzwischen mit präzisen Prompts und Überarbeitungsschleifen umgehen. Dabei wurden die Teilnehmenden sehr kreativ, wie dieser Rap der Max-Schmeling-Stadtteilschule über den selbst aufgesetzten Chatbot "Berufsbuddy" beweist:
Nach der feierlichen Zertifikatsübergabe und einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedeten sich die Studierenden. Elisa Czech (NMS) würdigte das Engagement der Projektteams:
"Ich arbeite viel mit Schulen und Lehrkräften zusammen und ich kann euch sagen, dass das, was ihr im Rahmen des Projektes geleistet habt, innovativ und exzellent ist. Und dafür möchten wir als NORDMETALL-Stiftung DANKE sagen: Für Eure Zeit, Euer Engagement und dafür, dass Ihr zukunft.digital mit Leben gefüllt habt. Ihr habt nicht nur mitgemacht – Ihr habt mitgedacht, ausprobiert, hinterfragt und gestaltet. Genau das macht dieses Projekt so besonders: Lehrkräfte und Studierende, die gemeinsam auf Augenhöhe lernen, forschen und neue Wege im Umgang mit KI in der Bildung gehen."
Der Nachmittag begann mit einem kurzen Warm-up. Anschließend stellten die Schulteams im „Projektideen-Deep-Dive“ ihre Vorhaben noch einmal detailliert den anderen teilnehmenden Schulen vor. Es blieb Zeit für Rückfragen und Übertragungsmöglichkeiten.
Damit das im Projekt aufgebaute Wissen optimal weiterentwickelt und genutzt werden kann, gab es einen Input zu Wissenstransfer und Wissensmanagement. Im Anschluss vereinbarten die Teams mithilfe der Wissenslandkarte konkrete Schritte, wie Materialien, Erfahrungen und Zuständigkeiten im Kollegium weitergegeben werden.
Mit starken O-Tönen im Ohr, von „Der Austausch ist immer wieder inspirierend" über „Ich habe mich in dem Projekt gefühlt, wie ich mir Schule wünschen würde" bis „Man muss Raum schaffen für Schulentwicklung …“, endete der Tag im betahaus.
Wir wünschen allen Schulen viel Erfolg dabei, ihre Projekte nun im Alltag zu verankern und bedanken uns für das große Engagement. Die Studierenden arbeiten im kommenden Wintersemester eigenständig im Seminar von Prof. Maren Baumhauer weiter und präsentieren ihre Ergebnisse im Rahmen einer studentischen Konferenz. So wirkt der Impuls des Programms über den Workshop hinaus.
Einen Überblick über alle Projektideen des zweiten Durchgangs von zukunft.digitalfinden Sie hier.