Zwei Tage lang kamen die Hamburger Ganztagsschule Appelhoff, die Berliner Havel-Grundschule und die Peter-Lunding-Schule aus Schleswig-Holstein zusammen. In den vergangenen Monaten haben sie vielfältige Ansätze zur Sprachkompetenzförderung mit digitalen Medien kennengelernt und praktisch erprobt. Während der Abschlussveranstaltung blickten die Schulen nicht nur auf ihre Entwicklungswege und -projekte zurück, sondern richteten den Blick auch nach vorn: Welche Themen möchten sie weiterhin gemeinsam verfolgen? Was braucht es dafür? Und welche sinnvollen nächsten Schritte stehen an?
„Wir haben aus jeder Schule etwas mitgenommen und sind einfach drangeblieben. Das ist das, was kontinuierliche Netzwerkarbeit ausmacht“
- Peter-Lunding-Schule
Zum Auftakt des zweitägigen Netzwerktreffens erwartete die Teilnehmenden ein Workshop mit Trickmisch: eine mobile, multimediale Sprachschule. Anhand der Trickfilm-Methode können Kinder ihre eigenen Geschichten erzählen. Dafür werden entweder selbst gezeichnete Bilder oder Zeichnungen aus der frei verfügbaren Bilddatenbank als Ausgangspunkt verwendet. Zudem können die Filme mit Text und Ton noch lebendiger gestaltet werden. Das Angebot kombiniert Sprachlernen mit digitalem Storytelling und kann sowohl für Projektwochen als auch sehr niedrigschwellig selbstständig im Unterricht angewendet werden.
Im Workshop entwickelten die Teilnehmenden auch eigene Geschichten und sammelten in einer anschließenden Transferphase bereits vielfältige Ideen für den schulischen Einsatz – etwa für Einladungen zu Schulfesten, Rückblicke auf Ferien oder Wochenenden, zur Einführung neuer Buchstaben, für den Einsatz in Willkommensklassen oder für Kinder, die sich lieber hinter der Kamera als auf der Bühne präsentieren möchten.
Von Hospitation bis Reflektion
Am Vormittag des zweiten Tages besuchten die Netzwerkteilnehmerinnen zunächst die Schule am Schäfersee, die gerade mit dem Qualitätssiegel „Exzellente digitale Schule“ ausgezeichnet wurde. Bei der Hospitation erhielten sie Einblicke in Unterrichtspraxis, digitale Konzepte und Schulorganisation. Dabei wurden neben den Apps wie Kahoot und Anton auch gezeigt, wie sich Ozobots für motivierende Sprachkompetenzförderung einsetzen lassen. Zudem nutzt die Schule ihre Schulflure als Plattform der Wissensvermittlung und setzt digitale Medien via QR-Codes an den Wänden für jahrgangsübergreifende Schulhausrallyes ein. Im Austausch mit den Lehrkräften vor Ort wurde deutlich, mit welcher Begeisterung und Neugier sie sich gemeinsam neue Lernsettings dank digitaler Medien erschließen. Die Hospitation gab wertvolle Impulse für die Weiterarbeit im eigenen Schulkontext.

Im Anschluss stand die gemeinsame Reflexion im Mittelpunkt. Mithilfe der „Karte der Befindlichkeiten“ hielten die Teilnehmenden fest, welche Entwicklungen sie im Netzwerk angestoßen haben, wo sie heute stehen und was sie besonders bewegt hat. Es zeigte sich: Alle drei Schulen blicken dankbar und ein wenig wehmütig auf die gemeinsame Zeit zurück – und nehmen viel für ihre weitere Arbeit mit.
„Mir hat das ganz viel geholfen. Auch dass im Netzwerk kein Druck entstanden ist, sondern eine Begleitung. Das war schön. Und ich fühlte mich von den anderen Schulen sehr gesehen – es war wirklich ein ganz schönes Miteinander.“
– Lehrkraft, Peter-Lunding-Schule
Auch die gegenseitigen Schulbesuche blieben in guter Erinnerung:
„Andere Schulen zu besuchen, tat mir gut und gab mir neue Impulse. Egal ob in Hamburg oder Berlin, schulintern oder im Unterricht: jeder Austausch bringt einen irgendwie ein Stück weiter."
– Lehrkraft, Havel-Grundschule
Rückblickend schätzen die Teilnehmenden besonders den kollegialen Austausch, die inhaltliche Kompetenz im Netzwerk und die professionelle Begleitung der Schulentwicklung. Der Einsatz digitaler Medien in ihren Grundschulen ist durch die Netzwerkarbeit zur Selbstverständlichkeit geworden. Den Motivationsschub nutzen sie und werden sich nun auch nach dem offiziellen Netzwerkabschluss weiter für Schulbesuche und fachlichen Austausch treffen. Die nächste Hospitation in Berlin steht bereits für April 2026 fest in den Kalendern.
